Mit gesundem Menschenverstand
Am 13. September 2026 wird der Rat der Stadt Goslar neu gewählt. Wir Freie Demokraten wollen Verantwortung übernehmen — für unsere schöne Stadt Goslar und ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Wir sind überzeugt, dass Menschen mit gesundem Menschenverstand kluge Entscheidungen für Goslar und die Menschen treffen werden. Wir haben dazu die nachfolgenden schwerpunkte und Ziele als Leitfaden für unsere zukünftige Politik vor Ort gesetzt:
- Entwicklung der Innenstadt / gewerbliche Wirtschaft und Handel
- Verbesserung der Infrastruktur / Straßensanierung
- Modernisierung des Denkmalschutzes / Solide Finanzen
- Grundschulen – Erhalt und Digitalisierung
- Nachhaltige Forstwirtschaft im Stadtforst und Umweltschutz
- Ehrenamt / Kultur
Entwicklung der Innenstadt / gewerbliche Wirtschaft und Handel
Der Wirtschaft vor Ort den Rücken stärken: Als Freie Demokraten stehen wir an der Seite des Mittelstandes. Der Mittelstand ist Rückgrat unserer Wirtschaft und damit unseres Wohlstandes.
Die Stadt Goslar muss deshalb selbstverständlicher Partner der Wirtschaft sein. Denn nur durch eine erfolgreiche Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure gelingt es auch, in der Zukunft, Ausbildungs- und Arbeitsplätze vor Ort zu sichern, Innovationen voranzutreiben und damit die Wirtschaftskraft der Region zu erhalten. Nachhaltiges Wachstum ist zudem der beste Weg, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen. Wir wollen durch regionale Förderungen unserer Goslarer Betriebe, die die massive Gefährdung des mittelständigen Einzelhandels, Hotel- und Gaststättengewerbes, Reisebranche, Kultur- und Solo-Unternehmern und der dort vorgehaltenen Arbeitsplätze unterstützen.
Goslar muss als Wirtschaftsstandort wachsen: Wir setzen uns dafür ein, dass die Verwaltung der Stadt Goslar Unternehmen bei Neugründungen und Erweiterungen zur Seite steht. Wir wollen deshalb die kommunale Wirtschaftsförderung weiter stärken. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für Unternehmensansiedlungen verbessert werden. Neben einerlückenlosen Versorgung mit Glasfaser- und Mobilfunk-Netz gehört hierzu auch die Straßen- und Schieneninfrastruktur. Außerdem muss unnötige Bürokratie dringend abgebaut werden.Insbesondere neu gegründete Firmen müssen unkompliziert die Unterstützung erhalten können, die sie benötigen. Dabei sollten unnötige Behördengänge der Vergangenheit angehören.
Wir halten es für wichtig, rechtzeitig in den Bereichen von Goslar und Vienenburg attraktive Gewerbegebiete neu auszuweisen. Unsere Gewerbeflächen neigen sich dem Ende zu. Wir hoffen, dass gerade die Flächen im Bereich Vienenburg entlang der Autobahn für viele Firmen interessant sein werden. Weitsichtigere Planungen und verstärkte strategische Anstrengungen zur Entwicklung von neuen/weiteren Unternehmungen müssen dringend vorgenommen werden.Die Zusammenlegung gleichartiger Aufgaben in der Stadt- und Landkreisverwaltung sollte intensiv betrieben werden, um einerseits eine Doppelbearbeitung und andererseits Kosten zuvermeiden/reduzieren.
Innenstadt erblühen lassen: Unsere Stadt als regionales Einkaufszentrum hat bislang nicht in allen Bereichen Funktionalität und Aufenthaltsqualität angepasst. Wir setzen uns für eine längerfristige und nachhaltige Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Goslarer Innenstadt z.B. durch mehr Stadtgrün ein.
Inhabergeführte Geschäfte stärken: Wir Freie Demokraten sehen die Unterstützung von inhabergeführten Geschäften in der Innenstadt als eine Kernaufgabe. Seitens der Politik, sind Rahmenbedingung zu schaffen, in denen die Geschäfte Kundenkontakt und –bindung entfalten können. Darüber hinaus unterstützen wir die Einrichtung regionaler Online-Marktplätze und digitaler Schaufenster, um die Wettbewerbsfähigkeit des Einzelhandels gegenüber dem Online-Handel zu stärken. Hierbei soll die Goslarer Marketinggesellschaft (GMG) eingebunden werden. Die Einsetzung von Dienstleistern für Organisation und Durchführung von Veranstaltungen durch die GMG ist dabei vorzuziehen.
Einkaufen in der Innenstadt neu denken: Fußgängerzonen, die als reine Verkaufsstraßen von überall gleichen Filialhändlern und Zweigstellen-Schaufenstern dominiert werden und nach Ladenschluss menschenleer sind, haben keine Zukunft! Wir wollen mittelfristig eine „produktive Stadtmitte“ aus einer Mischung des geselligen Lebens mit personalisierten Ladenlokalen, Geschäften, Cafes, Kunstgalerien, Unterhaltung und Plätze der Begegnung im Zentrum Goslars. Nicht das neue Pflaster der Fußgängerzonen gewähren Attraktivität, sondern der Mix aus Dienstleistung, Wellnessangeboten, Kauf und öffentliche Einrichtungen. In Goslar und Vienenburg müssen die bisherigen Einkaufsstraßen bunter werden. Der Wandel der Konsumgewohnheiten ist bereits länger vorhanden, aber durch Corona noch deutlicher und schneller geworden. Junge Menschen laufen mit ihren digitalen Endgeräten durch die Stadt. Sie konsumieren Medien anstatt Schaufenster. Die FDP geht von einer grundlegenden Reorganisation unseres sozialen Lebens und Verhaltens aus, auf dass die innerstädtischen Einkaufzentren in unserer Stadt reagieren müssen.
Goslar für Senioren und Familien zum Positiven entwickeln: Die FDP will Goslar sowohl für älter werdende Bürger, als auch für junge Familien lebenswerter gestalten. Deshalb setzten wir uns für mehr seniorengerechte, barrierefreie Wohnungen und eine positive Entwicklung der Wohnsituation für junge Familien in Goslar ein. In beiden Fällen müssen insbesondere für niedrige und Mittlere Einkommen mehr Lösungen geschaffen werden. Homeoffice ermöglicht größere Entfernungen zum Arbeitsplatz in den Ballungszentren und macht Goslar als Wohnort mit den kulturellen, sozialen und schulischen Angeboten attraktiv.
Wir wollen auch die öffentliche Verkehrsanbindung in der Region verbessern und die Kinderbetreuung ausfallfrei und attraktiv gestalten. Die Bahnverbindungen zu den Oberzentren müssen elektrifiziert werden. Der Bahnhof soll zum Bürgerbahnhof umgebaut werden.
Verbesserung der Infrastruktur / Straßensanierung
Entbürokratisierung und Modernisierung der Stadtverwaltung: Wir freien Demokraten wollen, dass die Stadtverwaltung ihre Funktion als Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger durch mehr Bürgernähe deutlicher zum Ausdruck bringt. Dazu ist u.a. die Erreichbarkeit durch den Ausbau der digitalen Verwaltungsangebote intensiv auszubauen. Die Verwaltung soll im Vergleich zu anderen Kommunen eine Spitzenstellung einnehmen. Die Rechtsanwendung muss sich den Bedürfnissen der Menschen unterordnen. Die Prinzipientreue d.h. als Beispiel:
Unflexibilität bzw. Kompromisslosigkeit beim Denkmalschutz ist dafür ein Beispiel, dass wir abschaffen wollen/muss geändert werden.
Steigerung der Verwaltungsdigitalisierung: Nach Prüfung aller PC / Internet geeigneten Verfahren sind die dadurch ersetzbaren, analogen Vorgänge auf die PC / Internet geeigneten Verfahren umzustellen. Im Rahmen dieser Umstellung ist auch die Einbindung von KI Optionen festzustellen und soweit möglich einzusetzen. Zur Erreichung von mehr „Geschwindigkeit“ ist die Prüfung und Umsetzung in jedem Fachbereich individuell durchzuführen und die Realisierung bereits in Teilschritten anzustreben/vorzunehmen.
Straßen wieder befahrbar machen: Wir freien Demokraten wollen das Straßennetz in ganz Goslar schneller, effizienter und ohne langwierige Sperrungen sanieren. Andere Kommunen sind in der Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen weitaus schneller als die Stadt Goslar, das müssen wir ändern. Wir wollen statt jahrelanger Planungs- und Sanierungszeiträume die unnötig viel Geld verschlingen und betroffene Bürger langfristig stören. Mit Elan und neuer Strategie muss der Flickenteppich zeitnah geflickt beseitigt werden, d.h. funktionale Ausschreibung, Maschinenpool, Kooperation, Spezialisierung, Deckensanierung im Tourbomodus bei Vollsperrung. Wesentlich für eine erfolgreiche Umsetzung dieser Maßnahmen ist es, die Planung und Ausführung durch externe Dienstleister ausführen zu lassen. Die Verwaltung ist nur zur Steuerung bei der Vergabe und Finanzierung, sowie bei der Kontrolle im Zuge der Abnahme veranwortlich tätig.
ÖPNV – Ein Ticket für eine Stadt und E-Busse: Wir Freie Demokraten fördern den weiteren Ausbau des ÖPNV vor allem mit E-Bussen. Die Immissionen in der Innenstadt können durch den Wegfall der Verbrenner-Busse deutlich gesenkt werden. Außerhalb der Schülerbeförderung mit Linienbussen sollen bedarfsgerechte Alternativen den individuellen Fahrtwünschen aller Altersgruppen barrierefrei nachkommen. Flexibel in Abfahrtszeiten und Routen kann der ÖPNV in komfortablen Kleinbussen ohne Umsteigezwang attraktiv werden. Damit können auch Nutzer in abgelegenen Goslarer Stadteilen und Ortschaften angebunden werden. Mobilität muss für jede Altersgruppe gewährleistet sein, um Wegzug zu verhindern.
Keine einseitige Benachteiligung von PKW: Wir lehnen das Ziel einer pauschal autofreien Innenstadt ab. Die zunehmende Streichung von Parkplätzen in innenstadtnahen Gebieten sehen wir kritisch. Vielmehr möchten wir mit positiven Anreizen Bürgerinnen und Bürger animieren, für Besuche der Innenstadt das Auto häufiger stehen zu lassen. Das Parkleitsystem sollte optimiert bzw. modernisiert werden.
Digitale Infrastruktur: Der lückenlose Ausbau eines Glasfaser- und Mobilfunknetzes in 5GStandard muss zum Standard werden. Wir wollen Glasfaser nicht nur „an jeder Milchkanne“, sondern in jedem Haushalt, jeder Schule und jedem Industrie- und Gewerbegebiet. Diesem Anspruch muss auch die Bauleitplanung vor Ort gerecht werden. Entsprechende Infrastruktur ist bei jedem Bebauungsplan zu berücksichtigen. Wir fordern die Verwaltung auf, bei jedem neuen Vorhaben die Netzanbindung zu berücksichtigen. Die digitale Infrastruktur stellt einen wichtigen Standortfaktor dar. Durch den konsequenten Glasfaserausbau können Anreize für neue Gewerbeansiedlungen geschaffen werden. Hierbei müssen wir bereits die Standards von Morgen im Blick haben.
Freies WLAN & digitale Innenstadt: Die FDP-Goslar unterstützt die flächendeckende Bereitstellung von kostenfreiem WLAN an allen zentralen Plätzen. In Fußgängerzone und Innenstadt sollen zudem die Lademöglichkeiten für digitale Endgeräte ausgebaut werden. Hier ist die Wirtschaftsförderung gefordert, die Geschäfte zu sensibilisieren und ggf. zu unterstützen. Freies WLAN steigert die Attraktivität unserer Innenstadt. Mehr Lademöglichkeiten für digitale Endgeräte ermöglichen längere Aufenthalte. Diese Maßnahmen sind notwendig, um einem möglichen Aussterben der Innenstadt entgegenzuwirken.
Modernisierung des Denkmalschutzes / Solide Finanzen
Gestaltungsfibel für die Altstadt: Die Freien Demokraten in Goslar lehnen die Gestaltungsfibel für die Altstadt ab, da sie Hauseigentümer der unflexiblen Willkür der Verwaltung und ihrer Denkmalpflege Drangsalierung aussetzt, anstatt flexible Optionen moderner Baustoffe und Gerätschaften zuzulassen. Eine moderate Denkmalpflege sorgt für mehr Akzeptanz, kostengünstigere Umsetzung, bei gleichzeitiger Verringerung des Verfalls einer Vielzahl von Objekten. Zu starre Statuten und Auflagen bezüglich des Denkmalschutzes behindern das Handwerk und hemmen Investitionen in Gebäude.
Leichtere Umnutzung ermöglichen: Die Goslarer FDP möchte die Umnutzung von Gewerbeflächen zu Wohnzwecken, Kulturräumen oder Co-Working-Spaces durch flexiblere Regelungen ermöglichen. Die Entwicklung städtischer Areale scheitert allzu oft an der zu komplexen und langwierigen Bürokratie, um die Genehmigung der Umnutzung von ehemaligen Gewerbeflächen zu erhalten.
Den Bauturbo nutzen: Die Goslarer Liberalen befürworten innovative Bauvorhaben, besonders auch in Neubaugebieten. Bauen mit innovativen Materialien oder auch Baustoffen aus nachwachsenden Rohstoffen ermöglicht oft ein innovatives Baukonzept. Viele Bebauungspläne werden mit gestalterischen Auflagen belegt, die den Einsatz von innovativen Materialen blockieren. Wir wollen örtliche Gestaltungsvorgaben von Fragen des persönlichen Geschmacks befreien und auch eine offenere Gestaltung von Gebäuden zulassen. Dementsprechend setzen wir uns für eine regelmäßige Überprüfung der örtlichen Bausatzung ein. Um aus diesem Bürokratiemonster herauszukommen, muss man aber auch bereit sein, alte Wege zu verlassen und neue, auch private Ansätze, zu prüfen.
Eigentum verpflichtet: Das muss auch für kommunale Objekte gelten. Die FDP setzt sich daher für die Einführung eines Katasters für städtische Objekte. Es soll ein Maßnahmenkatalog – wie in vielen Mietverträgen üblich – für alle städtischen Objekte, nach Aufnahme der Objekzustände, erstellt werden. Erfasst werden muss der aktuelle Zustand hinsichtlich der Objekteigenschaften, wie z.B.:
Außen: Mauerwerk / Dacheindeckung / Putz / Anstrich / Verkleidung
Innen: Wände – Zustand / Farben – Türen / Fenster
Inhalt: Möbel / Einrichtung / Einbauten / Objekte
In einem Maßnahmenkatalog ist zu regeln, wann was geprüft / gemacht werden muss. Daraus ist jährlich ein Plan mit sich daraus ergebender Kostenplanung für Erhaltungsmaßnahmen zu erstellen.
Goslar verwendet Steuergelder weder effizient noch zielgerichtet: Goslar gibt mehr Geld aus, als es einnimmt. Die Verschuldung steigt. So geht es nicht weiter. Wir wollen erreichen, dass Goslar seine Finanzen in den Griff bekommt. Die Effizienz muss erhöht werden. Nicht durch mehr Personal, sondern durch den Abbau von Standards. Um das zu erreichen, wollen wir völlig unsinnige Prestige-Projekte und Ausgaben stoppen, kommunale Zusammenarbeit fördern und die Übernahme erfolgreicher Modelle/ anderer Kommunen oder privatwirtschaftlicher Vorbilder zu übernehmen. Die Zusammenlegung von identischen Aufgaben bei Stadt und Landkreis; z.B. Bauämter spart dabei nicht nur personelle Ressourcen, sondern ebenso finanzielle Mittel und reduziert ebenfalls Bürokratie. Ein wichtiger Beitrag zur Effizienzsteigerung ist auch der Verzicht jeder möglichen Förderung nachzujagen und nur bei Bedarf nach Fördermitteln zu suchen.
Grundschulen – Erhalt und Digitalisierung
Sanierungsstau bei den Schulen angehen: Die Freien Demokraten sind sich einig, gute Bildung braucht gute Schulen, auch im Sinne von ordentlicher Bau- und Infrastruktursubstanz. Der Sanierungsstau bei den Schulen, die in der Verantwortung von Stadt und Landkreis Goslar stehen, muss durch Bereitstellung der nötigen Mittel und pragmatischer Handhabung von Bauvorgaben beseitigt werden. Priorität muss die möglichst schnelle Verfügbarkeit von Schulraum mit in jeder Hinsicht einwandfreier, moderner und digitaler Infrastruktur sein. Die Digitale Infrastruktur ist insbesondere an den Grundschulen zu verbessern.
Zeitgemäße Freiräume für Jugendliche schaffen: Auch Jugendliche brauchen Orte, an denen sie für sich sein können. Viele Jugendlichen vermissen eigene Räume, an denen sie sich — egal ob drinnen oder draußen — treffen können. Daher sprechen wir uns dafür aus, dass beispielsweise digitale Labs als Modellorte eingerichtet werden (z.B. im neu geschaffenen Goslarer Kulturmarktplatz), an denen junge Menschen ihre digitalen Fähigkeiten ausprobieren können. Bestehende Jugendfreizeiteinrichtungen sollten nach unserer Meinung gefördert und erhalten werden. Jugendfreizeiteinrichtungen sind integraler Bestandteil nachhaltiger Jugendarbeit. Hier sollen Jugendliche die Möglichkeit erhalten, ihre Fähigkeiten nach pädagogischer Anleitung zu entwickeln und zu lernen. Dies soll insbesondere digitale Fähigkeiten einschließen.
Nachhaltige Forstwirtschaft im Stadtforst und Umweltschutz
Nachhaltige Forstwirtschaft sichern: Nachhaltige Forstwirtschaft ist die bestehende Gesetzesgrundlage nach der die gute fachliche Praxis angewendet wird. Wir unterstützen den klimaresilienten Waldbau im Rahmen der wissenschaftlichen Erkenntnisse, beispielhaft an der Verwendung der Baumarten Douglasie, Roteiche und anderer Baumarten. Vielfalt im Waldumbau sichert zukünftige Erkenntnisse und erhält den Wald trotz des Klimawandels für die nächsten Generationen.
In unserer Stadtforst von ca. 3.200 ha sind mittlerweile trotz erbitterter Gegenwehr der Forstmitarbeiter ca. 1.000 ha Wald durch den Borkenkäfer vernichtet worden. Davon sind nicht nur Fichtenbestände, sondern wider Erwarten auch Buchen- und andere Laubbaumbestände betroffen. Wie sehr den Bürgern die Wiederaufforstung und der Schutz des Waldes am Herzen liegt, sehen wir in den zahlreichen privaten Initiativen. Aus ökonomischen noch ökologischen Gründen können wir diese wichtigen Investitionen nicht auf die lange Bank schieben. Die Goslarer Forst ist nicht nur für unsere Bürger und Touristen ein beliebter Erholungsraum, sondern auch der Lebensraum für eine Vielzahl von einheimischen wertvollen Tier-, Pflanzen und Pilzarten.
Ein ha Wald bindet ca. 6 t CO² und setzt ca. 4 t Sauerstoff frei. Bezogen auf die 1.000 ha Brachflächen bedeutet dieses eine verlorene Umweltleistung von 4.000 t CO² und 6.000 t Sauerstoff für unsere Stadt. Die schnelle Wiederaufforstung ist aus unserer Sicht eine wichtige Investition für Goslars Zukunft und das Ökosystem unserer Region. Die FDP fordert im Zusammenhang mit dem in diesem Jahr neu zu erstellenden Betriebswerk einen umfassenden Finanzierungs- und Aufforstungsplan in Höhe von ca. 4 Mio. € für unsere Goslarer Wälder. Nur wenn Bäume gepflanzt und geerntet werden, kann auch der CO2-Speicher Wald bestmöglich funktionieren. Dafür müssen die Waldeigentümer den Wald eigenverantwortlichen bewirtschaften. Bei zusätzlichem Naturschutz setzen wir auf den Vertragsnaturschutz.
Jägerinnen und Jäger als Naturschützerinnen und -schützer anerkennen – Schäden durch den Wolf verhindern: Wir Freie Demokraten wollen eine selbstbestimmte und eigenverantwortliche Jagd. Ein modernes Wildtiermanagement ermöglicht dabei die Bejagung von Wolf, Kormoran und Biber. Insbesondere der stetig wachsende Bestand des Wolfes und der Nutria müssen wirksam reguliert werden. Jägerinnen und Jäger sind aktive und staatlich geprüfte Naturschützerinnen und -schützer und handeln eigenverantwortlich. Zur Seuchenprävention und Wildschadenminimierung ist die Jagd unerlässlich. Auch die Weidetierhaltung ist gelebter Naturschutz und verdient eine Zukunft. Dafür ist ein aktives Bestandsmanagement des Wolfes notwendig. Als Grundlage werden regional verkraftbare Wolfsbestandsdichten festgelegt. Wölfe, die Zäune überwinden, müssen ohne bürokratisches Antragsverfahren entnommen werden.
Landwirtschaft wertschätzen: Wir Freie Demokraten schätzen die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte. Von überbordender Bürokratie sowie unnötigen Gesetzen und Verordnungen wollen wir sie befreien. Damit Landwirtschaft und Forstwirtschaft in Deutschland eine Zukunft haben, setzen wir uns für Planungssicherheit seitens der Betriebe ein. Unsere Landwirtinnen und Landwirte produzieren zu höchsten Umwelt- und Tierwohlstandards. Sie sorgen dafür, dass Verbrauchern eine riesige Auswahl hochwertiger Nahrungsmittel auf Wochen- oder in Supermärkten und im Direktvertrieb zur Verfügung steht. Sie wollen ihre Betriebe an die kommende Generation weitergeben. Die natürlichen Ressourcen behandeln sie deshalb aus eigenem Antrieb mit größter Sorgfalt.
Fortschritt der Landwirtschaft durch Bau ermöglichen: Stillstand ist Rückschritt! Wir Freie Demokraten wollen die Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Betriebe durch Umbauten und Neubau von Ställen. Bauanträge müssen genehmigt werden, wenn die notwenigen Voraussetzungen erfüllt sind. Schutzgebietsausweisungen dürfen für privilegiertes Bauen kein Hindernis sein. Die Errichtung von neuen Ställen ist Voraussetzung für mehr Tierwohl und die wirtschaftliche Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe. Umsetzung von Tierwohlkonzepten benötigt vor allem Platz. Moderne Ställe in Deutschland bieten die besten Haltungsbedingungen für Tiere weltweit. Entwicklungsmöglichkeiten für Landwirte sind die Basis für zukunftsfähige Betriebe von morgen.
Naturschutz mit den Nutzern umsetzen: Wir Freie Demokraten wollen die Umsetzung der europäischen Naturschutzziele im Einklang mit Grundeigentum, Land-, Forst- und Waldwirtschaft, sowie Jagd- und Angelpacht gestalten. Vertragsnaturschutz ist dafür das Mittel der Wahl. Einschränkungen der Bewirtschaftung lehnen wir ab. Auch bei Kompensationsflächen etwa für den Straßenbau setzen wir auf Vertragsnaturschutz.
Pflege und Beweidung von Goslar typischen Landschaften: Die Bergwiesen und Weiden gehören wie die historische Altstadt zum Goslarer Dreiklang, den die Gäste unserer Stadt lieben und der erhalten bleiben muss. Wir sind überzeugt, dass Naturschutz und Naturnutzung zwei Seiten derselben Medaille sind. Wenn durch die Bewirtschaftung von Flächen Ziele des Naturschutzes erreicht werden, dürfen keine zukünftigen Nutzungseinschränkungen auferlegt werden. Wir setzen uns für pragmatischen Naturschutz unter Einbeziehung der freiwilliger Leistungen der Bürger und Ehrenamtlichen ein.
Insekten zielorientiert schützen: Wir Freie Demokraten setzen uns für die Vielfalt und den Bestand der Insekten ein. Wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz der Insekten sieht der „Niedersächsiche Weg“ – eine gemeinsame Plattform von Naturschutzverbänden und der Landwirtschaft – vor. Die Maßnahme der Bundesregierung zum Insektenschutz treffen auf den Widerstand der Landwirte. Die FDP setzt im Rahmen des Vertragsnaturschutzes auf eine Zusammenarbeit mit Naturschutz und Landwirtschaft. Pflanzenschutzmaßnahmen, die unbedenklich für Insekten sind, sollen Landwirte ausführen können.
Ehrenamt / Kultur
Unsere Ehrenämter sinnvoll stärken: Vom Schwimmunterricht für die Kleinen bis zur Seniorenbetreuung, von der freiwilligen Feuerwehr bis zur Tafel, von der Kleiderkammer über Musiktage bis zum Mönchehaus. Das alles wäre ohne ehrenamtlich engagierte Bürger nicht möglich. Daher wollen wir das Ehrenamt als solches und die Förderung der Vereine stärken und ihnen insbesondere bei der Suche nach jungen Mitgliedern unter die Arme greifen. Die Rahmenbedingungen muss die Stadt zur Verfügung stellen und die Wertschätzung nicht nur im Reden, sondern auch durch Machen verdeutlichen. Bürokratische Hürden dürfen dabei das Bürgerengagement nicht erschweren oder behindern.
Innenstadt als Ort der Begegnung: Die Goslarer Innenstadt ist als Forum der Begegnung unbedingt zu stärken. Qualitativ hochwertige Aufenthaltsmöglichkeiten sind in unserer Innenstadt noch ausbaufähig. Wir wollen das Ändern und die Innenstadt zu einem Begegnungsort für Jung und Alt machen.
Kultur prägt das Bild unserer Stadt und ist ein wichtiger touristischer Faktor: Sinnvolle Förderung muss unterstützt werden. Die bisher verfolgte Zielsetzung des Pfalzquartiers, mit Hotel, Veranstaltungshalle und Stiftgarten ist auf Grund der eigetretenen Entwicklung nicht mehr realisierbar. Für das Pfalzquartier muss daher eine Lösung möglichst, mit Veranstaltungshalle, gefunden werden. Wesentlich für eine langfristige und nachhaltige Lösung ist dabei, dass die Veranstaltungshalle in privater Trägerschaft betrieben wird und die aktuellen Parklätze erhalten bleiben, um den zentralen Anlaufpunkt für Touristen und Veranstaltungsbesucher weiterhin nutzbar zu machen. Der geplante Hotelneubau ist zu streichen, da es einerseits nicht umsetzbar und andererseits durch ebenfalls inzwischen eingetretene Entwicklungen entbehrlich geworden ist.
Integration und Kultur: Inhalt liberaler Politik ist die Förderung integrativer Kulturprojekte. Integration geschieht über ein gegenseitiges Kennenlernen. Kulturfeste können hierbei nachhaltig für Interesse und Verständnis sorgen.
Kultur als Standortfaktor: Wir Freie Demokraten verstehen Kultur als ein elementares menschliches Grundbedürfnis. Ein breites kulturelles Angebot steigert die Attraktivität unserer Stadt immens und macht sich in vielerlei Hinsicht für die Kommune bezahlt. Kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen erzeugen stets eine Strahlkraft, die z.T. weit über Goslar hinaus reicht und einen Mehrwert für Stadt, Bürgerinnen und Bürger, Touristen und Umland schaffen kann.



